Auszeit

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Heute ist Sonntag. Vorhin fuhr ich mit Doro zum Bäcker. Mit Fahrrädern. Frühstücksbrötchen kaufen. Ich wartete vor dem Geschäft, während Doro – mit Mundschutz – hinein ging, um verschiedene Backwaren auszusuchen. Die Fachverkäuferinnen schienen etwas verunsichert, da dort bisher offenbar noch keine Kundin mit Maske aufkreuzte… Wieder zurück, nahmen wir das Morgenessen zu uns. Wegen der längeren Fahrt durch die frische Luft, hatten wir auch richtig Appetit. Nach dem Mahl ging ich auf die Dachterrasse. Nun bin ich hier oben. Der Himmel ist blau, die Luft ist klar, die Sonne strahlt. Ich setze mich einfach hin und telefoniere Freunde und Verwandte ab. Wir sprechen viel über Corona und die Konsequenzen aus dieser Pandemie. Ich schaue dabei in die Ferne. Ich sehe den Deister. Ich sehe einen weit entfernten Fernsehturm. Ich sehe den Hildesheimer Wald. Ich bin erstaunt, was ich alles erkenne. Was ich allerdings nicht wahrnehme, sind Kondenzstreifen. Es fliegen also keine, bzw. nur sehr, sehr wenige Flugzeuge. Ich erinnere, dass ich beim letzten Mal, als ich hier oben saß, mindestens zehn dieser Streifen gleichzeitig erkennen konnte. Jetzt kommt vielleicht alle fünf bis zehn Minuten maximal ein Flieger vorbei. Flug-, öffentlicher Nah- sowie individueller Straßenverkehr nehmen eine Auszeit (genau, wie ich gerade auf der Terrasse). Und vielleicht liegt es ja daran, dass die Luft so klar ist, wie sie ist. Ich weiß nämlich nicht, wann das letzte Mal – und zwar mehrere Tage hintereinander – eine so gute Fernsicht herrschte. Sonst war es eher dunstig. Also genieße ich dieses kleine Glück und kann mich kaum aufraffen, wieder zurück ins Haus zu gehen…

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