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Der beliebte Bürgermeister Istanbuls ist wegen Terrorvorwürfen verhaftet und inzwischen von seinem Amt suspendiert worden.
Die Popularität Ekrim Imamoglus ist Präsident Recep Tayyip Erdogan offenbar ein Dorn im Auge. Er zieht daher alle Register, um seinen politischen Gegner mundtot zu machen und die eigene Macht weiter zu zementieren.
Leider hat dieses Verhalten Erdogans, politisch Andersdenkende auf kaltem Wege abzuservieren, in der Türkei inzwischen Methode. Natürlich ist das Ganze antidemokratisch.
Dass nun, trotz Verbots, Hunderttausende auf die Straße gehen, um gegen diese erfundenen Vorwürfe zu demonstrieren, wurde wahrscheinlich unterschätzt. Die Zivilgesellschaft steht also hinter Imamoglu – auch in Deutschen Städten.
Die Hoffnung wächst, dass Erdogan mit dieser billigen Methode keinen Erfolg haben wird. Ich wünsche der Türkei, dass die Demonstrationen weiterhin friedlich verlaufen und letztlich die Demokratie siegt. Ihre Gegner werden sich dann – in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft – vor Gerichten verantworten müssen.
Es ist übrigens vollkommen in Ordnung, dass ein EU-Beitritt der Türkei unter diesen Voraussetzungen in noch weitere Ferne rückt.
Herrn Imamoglu wünsche ich, dass er die Gefängnismauern schnell wieder verlassen kann…