Die Vertrauensfrage …

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Es ist schwierig, einen riesigen Dampfer durch unbekannte Gewässer zu fahren, obwohl man vielleicht gerade sein Kapitänsdiplom gemacht hat. Es hängt Vieles von den eigenen Erfahrungen ab. Stürme und hohe Wellen beeinflussen den Kurs. Hier und da lauern Piraten. Es müssen Umwege in Kauf genommen werden. Der Treibstoff wird knapp. Die Mannschaft meutert. Das Ganze ist in gewisser Weise übertragbar auf die Politik. In der Ampelkoalition wollten alle in unterschiedliche Richtungen losdampfem. Gefundene Kompromisse hatten kurze Halbwertzeiten. Schließlich schickte der Kapitän einen hohen Offizier ins Rettungsboot. Ein Teil der Besatzung ging gleich mit. Der Dampfer musste stoppen, liegt erstmal vor Anker. Nun wird ein Käpt‘n gesucht, der es mit neuer Mannschaft besser macht. Im Bundestag sitzen eigentlich genug Leute, die das könnten. Lasse ich das gestrige Schauspiel um die Vertrauensfrage im hohen Haus allerdings Revue passieren, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wir brauchen keine PolitikerInnen, die in ausgefeilter Rhetorik auf ihren Gegnern herumhacken, sich über sie lustig machen, sie beleidigen und sich dabei selbst ins Fäustchen lachen. Wir brauchen Menschen mit anderen Qualitäten, sprich: Kompetente und ehrliche Charaktere, die uns auch bei unruhiger See und vor allem ohne dummes Gerede (!) in einen sicheren Hafen führen. Und gern dürfen auch mal eigene Fehler zugegeben werden.

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